| European Vision, Adria/Ägäis |
Reisebericht von Olaf
Eichler
|
|
Nun denn, wir waren ausreichend gewarnt
und sind trotzdem gefahren. Diese, für uns die 6. Kreuzfahrt, war in
vielerlei Hinsicht eine Premiere. Zum ersten Mal mit Festival, erstmals
ab/an Venedig und mit 58.000 Tonnen unser mit Abstand bisher kleinstes
Schiff. Das Einchecken in Venedig
ging angenehm flott und unkompliziert über die Bühne. Mini Suite Bucher
und Festival Wiederholungstäter wurden an einem eigenen Schalter abgefertigt.
Beim ersten Betreten des Schiffes wurde mit dem Aktivieren der Festivalcard,
die zugleich als Kabinenschlüssel dient, per Digicam ein Foto zur Identifikation
des Karteninhabers gefertigt, welches beim späteren Verlassen und Betreten
des Schiffes von den Securityleuten kontrolliert werden konnte. Die
obligatorischen Taschen- und Personenkontrollen wurden recht sorgfältig
durchgeführt. Ein Steward nahm unser Handgepäck
und führte uns zu unserer Kabine und schon eine Stunde nach Betreten
des Schiffes hatten wir unsere Koffer wieder. Es lief alles wie am Schnürchen,
wir waren angenehm überrascht. Für 850€ pro Person bekamen wir eine
hübsche Außenkabine, innen war man schon ab 650€ dabei. Kinder zahlen
in der Kabine der Eltern 200€. Kurze Orientierung auf dem Schiff,
Lunch am Buffet auf Deck 11, denn 15.15 Uhr war die Seenotrettungsübung
angesagt. Im Festival Newsletter hieß es dazu u.a.: “...antworten Sie
laut und deutlich, wenn Ihr Name und Ihre Kabinennummer aufgerufen wird.
Alle Passagiere, Kinder eingeschlossen müssen teilnehmen“. Nun gut, zumindest an unserer Musterstation
wurde auf die Kontrolle der Anwesenheit verzichtet. Pünktlich 16.00 Uhr legten wir ab
und nahmen bei herrlichem Wetter Kurs auf die Adria, vorbei an
der zauberhaften Kulisse der Lagunenstadt Venedig. Es war traumhaft...
Mal ganz ehrlich, ich habe jetzt
grad mal 4 Stunden auf dem Schiff beschrieben, wenn ich so weitermache
sprengt es wohl erheblich den Rahmen des Zumutbaren. Beschränken wir
uns also auf die Fakten... Das Schiff, Baujahr 2001, hat alles
was man von einem modernen Kreuzfahrtschiff erwarten kann: für die Größe
des Schiffes ein sehr großzügiger Poolbereich, gute Aircondition, mehr
als ausreichend die Buffetarea für alternatives Frühstück und Lunch,
sowie 24h Pizza, Pasta, Ananas, Melone
& Co. Kaffee, heißes und kaltes Wasser
für die Teebeutel, Eistee und kalte Milch gab es dort im SB Bereich
rund um die Uhr. Früh und Mittags zusätzlich verschiedene Obstsäfte
(Orangen-, Grapefruit- und Ananassaft). Im Restaurant war es auch zum Dinner
kein Problem für die Kinder Apfelsaft zu bekommen. Bezahlen musste man
dann aber für alles mit „booze & bubbles“. Für 19 € können hier wiederum Kinder während der Kreuzfahrt
unlimitiert Softdrinks (Cola, Fanta, Sprite...) konsumieren. Nichtalkoholische
Cocktails sind von diesem Angebot allerdings ausgenommen und schlagen
dann mit 4,40€ zu Buche. Desweiteren 1l Mineralwasser 2€, Faßbier (0,33l)
zu 2,90€, Cocktails 4,40€ (Special of the Day für 3,30€) Glas Wein ab
3,50€, Prosecco ab 4,90€ und wenn es denn Champagner sein muß, das Glas Moet et Chandon Brut gibt es
schon für 7€ und die Flasche Dom Perignon für schlappe 98 € zuzüglich 15% für den Barservice. Ein Blick in den schon erwähnten
Newsletter lohnt sich täglich, es gibt immer Happy Hours (2 Getränke
für einen Preis u.ä.) , Sonderaktionen (z.B. 4 Bier für 10,90€ - ja
ich weiß, da gibt’s zu Hause ´nen ganzen Kasten für ;o)), aber was soll´s. Die Kletterwand wurde kaum genutzt
und für eine Stunde Minigolf zahlt man 5€ pro Person.
Die Route führte uns über Dubrovnik
(zweifellos ein Höhepunkt dieser Kreuzfahrt), Korfu, Santorin, Rhodos,
Piräus zurück nach Venedig. Die Preise für die Landausflüge reichen
von 8€ für den „Shopping-Shuttle“ in Korfu bis zu 69€ für den Ausflug
„Erleben Sie Santorini, mit leichtem Buffet“. In Dubrovnik wird getendert,
direkt zur Altstadt. Wir sind dann hoch zur Stadtmauer und haben diese
umrundet. 12.00 mittags läuteten überall die Glocken, war wirklich toll.
(Wir waren später in Dubrovnik eingetroffen...) Korfu: Wir sind
mit dem Taxi in die Stadt gefahren, 6€, und zurück gelaufen, kein Problem.
Es gibt aber auch einen kostenlosen Shuttlebus direkt vom Pier, hatten
wir aber erst später entdeckt :o(. Ist aber nicht von Festival, die
wollen 8 € für den "Shopping Shuttle" Santorin: wird getendert.
Wir sind mit der Seilbahn hoch und am Abend zu Fuß die "Eselstrecke"
wieder runter. Rhodos: Schiff
liegt direkt neben der Altstadt, Ritterstraße, Großmeisterpalast... Athen hatten wir
den Ausflug (Athen & Akropolis 49€ ) gebucht. Die Liegezeit ist
einfach zu kurz und der Verkehr zu dicht um auf eigene Faust da was
zu machen, ich hätte die 3h Stunden sicher schon gebraucht, um die Metrostation
in Piräus zu finden ;o) War aber ordentlich gemacht, Dank an Theo, viel Zeit auf der Akropolis, Stadion, Stadtrundfahrt... Die positivste Überraschung war jedoch für
uns und unseren Sohn (5) die Qualität des angebotenen Kinderprogramms.
Ganz ohne Zweifel der Verdienst von Celine aus Frankreich, die mit den Kindern im Alter von 3 bis 12 jede Menge unternahm.
Insgesamt waren nur 36 Kinder an Bord, im Sommer sind es dann schon
mal schnell bis zu 400. Angefangen von Olympiade, über Schatzsuche
auf dem Schiff, Pyjama-Party, Disco, 2x die Woche für eine Stunde kostenlos
spielen an den Videospielautomaten. Selbst die z.T. sehr guten Artisten
in den abendlichen Shows traten tagsüber im Bambinoclub auf und zauberten,
jonglierten oder tanzten mit den begeisterten Kids. Als wir nach einer Woche dann bei strömenden
Regen wieder in Venedig ankamen, wollte unser Kleiner eigentlich gar
nicht so recht nach Hause, hatte er doch in dieser Woche viele neue
Freunde gewonnen. Man traut sich kaum es zu sagen, aber wir waren wirklich total
begeistert. Lag vielleicht daran, daß wir auf das Schlimmste gefaßt
waren. Die Preise sind natürlich die eine Sache, aber das Schiff ist
super und das Kinderprogramm war absolute Spitze. Ich kann nicht verhehlen, daß ich
unter den Passagieren auch Stimmen gehört habe, die meinten "sie wären die Woche um Jahre gealtert" ;o))
und es ist auch nötig über die ein oder andere Sache hinwegzusehen,
die vielleicht manch anderer auf die Goldwaage legen würde. Ich denke
da z.B. an die Bedienung im Restaurant, die bereitstehenden Gläser waren
nicht poliert, das sah im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne recht unappetitlich
aus. Und es war auch meist eine Überraschung, was denn nun serviert
würde. Manchmal passierte es durchaus, daß wirklich
das kam, was geordert wurde. Aber, ich war einfach nicht in Stimmung,
mir die gute Laune durch irgendwelche „vermeintlichen“ Unannehmlichkeiten
verderben lassen zu wollen. Es ist eben alles sehr subjektiv
und hängt stark vom Empfinden und den Erwartungen des Einzelnen ab. Wir behalten diese 7 Tage, das Schiff und Festival
in angenehmer Erinnerung.
|