European Vision - Karibik
Reisebericht von Franziska Bernhard

Kreuzfahrt in der Karibik Weihnachten 2001 mit der European Vision:

Über Weihnachten verreisen war uns klar. Die Frage war nur, wohin. Wie in solchen Fällen üblich, schleppten wir tonnenweise Reiseprospekte nach Hause. Im Internet wurden wir schliesslich auf die Karibik-Kreuzfahrt aufmerksam. Hier stimmte das Preis/Leistungs-Verhältnis. Abflug ab Frankfurt? Kein Problem für Reiseprofis. Während der Autofahrt nach Frankfurt meldete der Wetterdienst, dass die Autobahnen rund um Frankfurt geschlossen seien und hunderte Leute die Nacht im Auto verbringen mussten. Klugerweise waren wir früh genug unterwegs und schafften die Fahrt problemlos. Die 10 Stunden Flug 'verflogen' wortwörtlich und schon standen wir auf dem Flugfeld von Santo Domingo. Schön warm war's bereits am Morgen, toll! Nach einer kurzen Fahrt zum Hafen dann der erste überwältigende Blick auf 'unser' Schiff... Wie kleine Kinder staunten wir über die Dimensionen.
Kaum auf dem Schiff, begann die Entdeckungsreise. Unglaublich, wie gross ein Schiff sein kann. Ein leises vibrieren und zittern unter den Füssen orientierte uns darüber, dass das Schiff bald ablegen würde.
Mit über drei Stunden Verspätung erreichten wir Tortola. Mehr als ein kurzer Spaziergang ins Dorf lag leider nicht drin. Gemäss Bildern, die wir gesehen haben, muss es aber recht schön sein...
Nach der langen Reise holten wir uns zum Nachtessen nur schnell ein Stück Pizza und waren froh, ein richtiges Bett unter dem Füdli zu haben. Nach ein paar Stunden Schlaf erwachten wir beide ruckartig. Nanu, unser Bett schien doch zu schaukeln? Schnell den Fernseher mit der Bordkamera einschalten und die Infos anschauen! Wow, 1,5 Meter hohe Wellen, hoffentlich werden wir nicht seekrank...
Am nächsten Morgen fuhren wir bereits in den Hafen von Antigua ein, deshalb blieb für ein gemütliches Frühstück nicht viel Zeit. Es war der 24. Dezember und die Insel war wie ausgestorben. Ein netter Insulaner nahm uns im Auto mit und fand sogar eine Autovermietung. Jetzt, da wir wieder ein eigenes Auto und den Füssen hatten, war uns wieder wohl. An der Pineapple Beach fühlten wir uns wirklich wie im Paradies. Fürs Mittagessen fanden wir ein hübsches Beach-Restaurant und freuten uns schon auf's Essen. Wir wunderten uns schon etwas, wieso ein Buffet aufgebaut wurde?! Etwas später trafen dann unsere Mitreisenden der European Vision auf, die eine Rundfahrt auf der Insel gebucht hatten - so trifft man sich wieder.
Für das Abendessen hatte die Bordzeitung Gala-Kleidung vorgeschlagen. Also putzten wir uns heraus und hofften, dass wir die richtige Wahl getroffen haben. Unsere Zweifel waren schnell beseitigt, denn es trugen wirklich alle Gala! Viele Herren hatten sich sogar in den Smoking gestürzt. Überall wurde Weihnachtsmusik gespielt, das Schiff war sowieso festlich geschmückt und so war die Stimmung sehr festlich! Barbados hiess die nächste Insel. Schon am Hafen konnten wir ein kleines Auto mieten und freuten uns auf die Inselrundfahrt. Hier merkt man schnell, dass die Engländer hier waren. Alles sieht sehr gediegen und teuer aus. Eine sehr schöne Insel mit sehr freundlichen Bewohnern!
Welch ein Unterschied dann Grenada! Eine sehr grüne Insel mit wenig Tourismus. Im ganzen Dorf fand sich keine Autovermietung, deshalb liessen wir uns per Taxi zu einem Vermieter chauffieren... Trotz Karte ist es nicht ganz einfach auf Grenada, denn es gibt nicht eine Verkehrstafel oder Wegweiser. Die einzige Orientierung ist die Lage des Meeres und dann frisch drauf los fahren. Zum Glück hatten wir einen Jeep, denn die Fahrt durch den Dschungel war ziemlich abenteuerlich (aber sehr schön!).
Guadeloupe war dann sehr französisch und fast etwas gross für einen Tag.
St. Maarten schlussendlich ist ein Unikum. Die eine Hälfte gehört zu den Niederlanden, die andere zu Frankreich. Die Insel ist klein, aber exklusiv.

Obwohl die Meinungen über die European Vision sehr unterschiedlich sind, hat uns das Schiff sehr gut gefallen. Die Mannschaft ist überwiegend jung und wohl deshalb auch nicht immer perfekt. Aber alle waren sehr motiviert und freundlich. Als Schweizer sind wir uns an relativ hohe Preise gewöhnt, deshalb fanden wir die Preise für die Getränke auf dem Schiff moderat. Der Kabinenservice war ebenfalls aufmerksam und die Kabine sauber. Nur die Dusche war etwas klein geraten. Ich musste jeweils den Duschvorhang etwas anheben während mein Partner duschte, denn sonst hätte er statt seinen Körper den Vorhang eingeseift. Über die Landausflüge kann ich mich nicht äussern, da wir immer individuell von Bord gegangen sind. Die Kreuzfahrt während der Weihnachtszeit hat uns sehr gut gefallen, da die Stimmung an Bord toll war und es einfach herrlich ist, zu leiser Weihnachtsmusik im Pool des Schiffes zu baden...

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© Franziska Bernhard