Anlaufhäfen:
Genua, Neapel, Messina, Tunis, Palma, Barcelona und Marseille
Hier nun mein versprochener Reisebericht zur European
Stars:
Buchung: Traditionell im Reisebüro; Hat eigentlich
sehr gut geklappt, lediglich war ich ein wenig beunruhigt, daß
wir keine Bestätigung für unseren reservierten Parkplatz
in Genua erhielten. Als dann pünktlich zehn Tage vor Reiseantritt
im Reisebüro die Unterlagen da waren, war ich wieder ein
wenig skeptisch, denn es stand keine Kabinennummer auf dem Voucher.
Warum das so war, sollten wir dann auf dem Schiff feststellen.
Bei den Reiseunterlagen war auch ein kleines Heftchen, in denen
die angebotenen Landausflüge aufgeführt und kurz erklärt
waren. Warum der Preis hier fehlte, ahnte ich schon.
Anreise
/ Check-In: Wir fuhren selbst mit dem Wagen nach Genua, fanden
auch schnell den richtigen Pier (so riesige Schiffe kann man einfach
nicht so leicht verstecken :o)) und waren dann erstmal überrascht.
Der ganze Prozess mit Auto- und Gepäckübergabe, Check-In
ging so schnell von statten, wie ich es mir nie gedacht hätte.
Vielleicht lag es einfach auch daran, daß wir sehr früh
dran waren und noch kaum Leute im Terminal waren. Die so entstandene
Zeit nützten wir mit einem Besuch des nahegelegenen Aquariums,
das zwar an diesem Sonntag von vielen italienischen Ausflüglern
bevölkert war, aber seinen Besuch auf jeden Fall wert war.
Vor allem mit Kindern kann ich es nur empfehlen! Ab 13.30 Uhr
war dann Einlaß aufs Schiff und eine halbe Stunde später
hat uns dann auch schon ein netter Steward in unsere Kabine gebracht.
Jetzt war mir auch klar, weshalb wir wahrscheinlich keine Kabinennummer
auf dem Voucher stehen hatten. Unsere gebuchte, billigste Kategorie
war wohl überbucht und man hat uns dann Kabinen der nächsthöheren
zugewiesen, zum alten Preis versteht sich natürlich. Diese
befanden sich ziemlich mittig auf Deck 8, was den Nachteil hatte,
daß man tagsüber ständig ein Geräusch und
"Wummern" in der Kabine spürte und hörte.
Es erinnerte an Waschmaschinen oder irgendwelche Turbinen. Genau
unter uns befand sich ein Crew-Bereich, ohne genauere Bezeichnung
was sich dahinter verbirgt. Naja, es sollte sich herrausstellen,
daß dies abends immer aufhörte und sonst waren wir
ja kaum auf unserer Kabine. Und selbst wenn, wäre es nicht
so laut gewesen, daß es dauerhaft gestört hätte.
Das
Schiff: Ich habe ja schon viele Schiffskataloge gewälzt
und mich oft an dem bunten, amerikanischen "Las-Vegas-Stil"
mancher Schiffe gestört. Die European Stars kann man hier
wirklich (Gott sei Dank) nicht einordnen. Das zum Zeitpunkt unserer
Reise noch nicht einmal zwei Monat auf See fahrende Schiff präsentierte
sich bin ins kleinste Detail geschmackvoll und wohnlich. Unsere
Kabine wurde durch viele Spiegeln optisch vergrößert
und sonst beherrschte viel Holz die Einrichtung. Die öffentlich
Räume waren wirklich alle sehr einladend. Auffallend waren
auch die großen Außendecks. Allein der Poolbereich
zog sich (das Outdoor-Cafe eingeschlossen) über mehr als
ca. zwei Drittel von Deck 11. Dazu kamen noch weite Flächen
auf Deck 12 und dem Sonnendeck darüber. Da ist das wunderbare
Heck mit 8 frei begehbaren Decks noch gar nicht eingerechnet!
Am Pool kam es trotz heftiger "Reserviererei" selten
zu Liegenmangel. Was allerdings sich im Laufe der Reise als Problem
herausstellte, war die Übersichtlichkeit. Vor allem mit unserem
Deck, daß zwei sich aufs Ei gleichende Gänge besaß
und die Aufzüge die in unterschiedliche Richtungen angelegt
waren, verwirrten selbst uns junge Leute bis zum Schluß.
Aber wie gesagt, allgemein ist das Schiff ein wunderschönes
Exemplar seiner Klasse.
Das
Personal: Hier wurden wir, wie so oft auf dieser Reise, positiv
überrascht. Das Verhältnis Mitarbeiter/Passagiere scheint
sehr großzügig zu sein, denn es waren bei Bedarf immer
mehr als genügend zu Hand. Es herrschte eine deutl. Dominanz
von asiatischem Personal und Mitarbeitern aus dem Ostblock, was
aber hier wirklich nicht negativ zu sehen ist. Als Beispiel ist
hier zum die Kabinenstewardess unserer Bekannten zu nennen, die
zwei Mal täglich mit einer Liebe die Zimmer aufräumte
und sauber machte, wie ich sie noch nie irgendwo erlebt habe.
Oder auch unsere beiden Kellner im Restaurant. Sie hatten relativ
wenig Gäste zu bedienen. Es waren dies zwei 8er und unser
4er Tisch. Das merkte man auch in der Betreuung, die sehr persönlich
und aufmerksam war. So fiel dem Kellner schon am ersten Tag auf,
daß meine Freundin Linkshänderin ist und servierte
ihr das Essen ab diesem Zeitpunkt auch immer von Links. Diese
Liste ließe sich wirklich fortsetzen. Die Kellner untereinander,
auch mit den Oberkellnern und auch mit uns, pflegten einen sehr
humorvollen, gutgelaunten und doch immer höflichen Ton, worüber
wir sehr froh waren. Durch sie freuten wir uns immer auf ein 6-Gänge
Menü ohne übertrieben steife Atmosphäre. Die Gute
Laune setzte sich übrigens beim fast gesamten Personal fort.
Wir waren am ersten Tag sichtlich irritiert über soviel freundliche
und nett grüßende Gesichter.
Reiseleitung:
Die einzige deutsche Hostess an Bord war überfordert und
deshalb wohl auch desöfteren mal genervt. Trotzdem war sie
immer da und half, wenn sie benötigt wurde. Sie versuchte
zwar immer freundlich zu sein, was ihr aber bei den oft mäkelnden
Deutschen nicht zu 100% gelang. Die Präsentation der Ausflüge
durch eine andere deutsche Mitarbeiterin gleich zu Beginn war
schlecht, das was uns da gesagt wurde, stand auch schon im kleinen
Heftchen der Reisebroschüre.
Essen
und Trinken: Auch vom Essen wurden wir überrascht. Eine
solch hohe Qualität des Essens hatten wir nicht erwartet.
Sowohl das Essen als auch der Service war vor allem beim Abendessen
umwerfend. Die Speisekarte, die sich wohl wöchentlich wiederholt,
bot eine verblüffend große Auswahl, daß einem
dieselbe oft schwer fiel. Mir hat, obwohl ich manchmal in meiner
Wahl auch etwas experimentierfreudig zu Werke ging, wirklich alles
geschmeckt. Was zugegebenermaßen allerdings Geschmacksache
ist. Ansonsten gab es fast 24h Obst, Pizza und Pasta. Das Frühstück
konnte man entweder sich im Restaurant servieren lassen, oder
sich am Büffett im "La Terazza" selbst holen. Wir
haben immer letztere Möglichkeit gewählt, da man von
jenem Restaurant einen wunderschönen Blick auf das Meer bzw.
den Hafen hat. Das Mittagessen kann ich nicht beurteilen, da wir
dazu nie auf dem Schiff waren. Ständig konnte man sich kostenlos
an einer Theke mit Pulverkaffee, Tee's und heißem Wasser
/ Wasser mit Eis bedienen. Die Mitternachtsbüffets wechselten
sich mit Gourmethäppchen ab, welche in allen Bars und öffentlichen
Räumen nach 24 Uhr von Kellnern in Hülle und Fülle
angeboten wurden. Auch an den nächtlichen Büffetts wurde
ich mehrmals schwach, das Mexikanische Beispielsweise war herrlich.
Animation
und Unterhaltung: Hier hat sich jeweils die vielsprachigkeit
des Schiffes gerächt. Es ist einfach irgendwie langweilig,
wenn die Fragen bei einem Quiz erst in fünf Sprachen vorgelesen
werden müssen. Oder wir haben auch den italienischen Kalauerclown
im Theater verständlicherweise nciht witzig gefunden, aber
naja. Es störte aber nicht sehr. Die Latinoband an Bord war
wirklich Klasse, die hörte ich echt gern. Wir hatten so auch
"unanimiert" großen Spaß.
Die
Preise: Das war der unerfreulichste Teil der Kreuzfahrt. Festival
versucht scheinbar hier die relativ billigen Reisepreise wieder
hereinzubekommen. Angefangen bei den Ausflugspreisen, die wie
erwartet unverschämt hoch angesiedelt waren, über die
Weinpreise (Flasche Wein 20 Euro bis 50 und höher!!) bis
hin zu den Leistungen der Kosmetik- und Wellnessabteilung, dem
Erinnerungsvideo (45 Euro, als Schnäppchen angepriesen)und
vielen anderen Beispielen fiel uns die Preistreiberei der Reederei
auf. Dagegen war im Restaurant die Literflasche San Pellegrino
mit 1,90Euro oder der Cocktail des Tages mit 3,30 Euro billig
bis normal. Unsere Antwort auf die erhöhten Preise war einfach,
Angebote wie den erwähnten Cocktail, oder Happy Hour's oder
das kostenlose Wasser zu nutzen und die Ausflüge selbst zu
organisieren. Was immer super interessant, nicht teuer war und
sehr viel Spaß gemacht hat. Lediglich Tunis war ohne organisierten
Ausflug doch etwas abenteuerlich.
War
die Reise schön? Ja natürlich. Das lag in erster
Linie am wunderbaren Schiff, dem tollen Personal, der schönen
Route, wobei Neapel und Palma unsere Favoriten waren!
War
sie ihren Preis wert? Auf jeden Fall! Da wir auch noch den
Frühbucherbonus von 15% pro Person nutzen konnten, und die
billigste Kategorie gebucht hatten, kamen wir auf ein excellentes
Preis-Leistungs-Verhältnis.
Fazit:
Ich würde die Reise jederzeit wieder machen. Entgegen den
vielen negativen Meldungen über Festival-Cruises würde
ich auch jederzeit wieder eine Reise mit dieser Reederei durchführen.
Mal abgesehen von den teils hohen Preisen an Bord gab es wirklich
nichts wesentliches zu beanstanden.
Ich
hoffe, mit dieser ausführlichen Beschreibung allen Interessierten
und zukünftigen "ES" Passagieren gedient zu haben.
Letzteren wünsche ich einen wunderschönen Aufenthalt
und gute Reise. Ihr könnt Euch freuen!
Bon
voyage
Christian
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